- Analyse des SchulwegChecks 2026 zeigt: Viele Schulwege führen über unfallträchtige Kreuzungen
- Kidical Mass fordert Verwaltung auf, gefährliche Stellen im Schulumfeld zu entschärfen und Schulwege sicher zu machen
Stuttgart, 23. Februar 2026 – Im Umfeld von Stuttgarter Grundschulen kommt es regelmäßig zu Unfällen mit Verletzten. Mehrere Unfallschwerpunkte liegen auf den von der Stadt empfohlenen Schulwegen. Das zeigt eine Auswertung der Kidical Mass Stuttgart. Sie hat dafür die Daten aus dem Unfallatlas mit den Schulwegplänen der Stadt abgeglichen.
An Stellen wie dem Olgaeck auf dem Weg zur Jakobschule, dem Kreisverkehr Daimlerstraße / Deckerstraße auf dem Weg zur Martin-Luther-Schule oder im Bereich Eugensplatz auf dem Weg zur Ameisenbergschule ist es besonders gefährlich. Diese Kreuzungen, Querungen und Kreisverkehre gehören auf der Prioritätenliste der Verkehrsplanung der Stadt an vorderste Stelle. “Wir fordern die Verwaltung auf, besonders diese gefährlichsten Stellen zu entschärfen, bevor es dort zu weiteren Unfällen kommt”, sagt Nikolai Worms von der Kidical Mass Stuttgart.

Unfallzahlen als Indikator für schlechte Infrastruktur
Die Ursachen für Unfallschwerpunkte sind vielschichtig: zum Beispiel schlecht einsehbare Kreuzungen, gefährliche Überwege, zu wenig Platz für Fußgänger oder schlecht geschaltete Ampeln. “Werden mehrere Personen im Jahr an ein und derselben Kreuzung verletzt, ist das kein sicherer Weg für Schüler*innen. Die Verwaltung empfiehlt diese Wege. Sie muss deshalb dafür sorgen, dass sie sicher werden. Die Infrastruktur sollte so angelegt sein, dass sie Fehler verzeiht”, so Nikolai Worms. Das sei nicht nur im Interesse aller Fußgänger, sondern auch von allen anderen, die dort im Verkehr unterwegs sind.

Zu den besonders unfallträchtigen Stellen auf den empfohlenen Schulwegen der Stadt gehören (jeweils Anzahl der Unfälle mit Leicht- / Schwerverletzten oder Getöteten zwischen 2022 und 2024):
- Österfeldschule: Robert-Leicht-Str. / Zusestr. (7 Unfälle)
- Wilhelmschule Untertürkheim: Arlbergstr. (7 Unfälle)
- Hattenbühlschule: Wiener Straße rund um das Neue Gymnasium Leibniz (8 Unfälle)
- Sommerrainschule: Geneser Straße / Schmidener Straße (8 Unfälle)
- Riedseeschule: Richterplatz (9 Unfälle)
- Rosenschule: Kreisverkehr Unterländer Straße / Ludwigsburger Straße (9 Unfälle)
- Schillerschule: Schmidener Str. / Teinacher Str. (10 Unfälle)
- Martin-Luther-Schule: Kreisverkehr Daimlerstr. / Deckerstr. (11 Unfälle)
- Ameisenbergschule: Bereich Eugensplatz (11 Unfälle)
- Jakobschule: Olgaeck (12 Unfälle)
Neben diesen Schwerpunkten gibt es zahlreiche weitere Stellen auf den Stuttgarter Schulwegen, an denen es regelmäßig zu Unfällen mit Verletzten kommt.

SchulwegChecks der Kidical Mass
In den vergangenen drei SchulwegChecks dokumentierte die Kidical Mass jeweils Gefahrenstellen auf den von der Stadt empfohlenen Schulwegen. Mit dem aktuellen SchulwegCheck entwickelt die Kidical Mass das bisherige Format weiter: Die Auswertung zeigt nun nicht mögliche Gefahrenstellen, sondern das tatsächliche Unfallgeschehen auf den Stuttgarter Schulwegen. Die SchulwegChecks der letzten Jahre sind hier zu finden: 2022, 2023, 2024.
Was ist auf der Karte zu sehen?
Die Daten des SchulwegChecks 2026 sind übersichtlich auf einer interaktiven Karte dargestellt. Auf der Karte sind hunderte von Unfallclustern in Stuttgart mit jeweils mehreren leichtverletzten, schwerverletzten und getöteten Personen in den Jahren 2022 bis 2024 dargestellt. Dafür wurden Unfälle, die in unmittelbarer Nähe voneinander stattgefunden haben, in Clustern zusammengefasst. Zudem sind die Grenzen der Stuttgarter Schulbezirke sowie die Schulwege zu 16 Stuttgarter Grundschulen zu sehen. Letztere wurden von der Kidical Mass in ehrenamtlicher Arbeit digitalisiert, da die Stadt diese Daten bislang nicht in einem maschinenlesbaren Format bereitstellt.